Motorola Edge: am Rande

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Motorola mit dem Edge in den teureren Smartphone-Markt zurück. Das Gerät zeichnet sich besonders durch seinen gebogenen Bildschirm und den Preis von 599 Euro aus. In diesem Motorola Edge-Test können Sie nachlesen, ob sich der Kauf des Telefons lohnt.

Motorola Edge

Listenpreis € 599, -

Farbe Schwarz

Betriebssystem Android 10

Bildschirm 6,7 Zoll OLED (2340 x 1080)

Prozessor 2,3 GHz Oktacore (Löwenmaul 765)

RAM 6 GB

Speicher 128 GB (erweiterbar)

Batterie 4.500 mAh

Kamera 64, 16 und 8 Megapixel (hinten), 25 Megapixel (vorne)

Konnektivität 5G, 4G (LTE), Bluetooth 5.0, WLAN, GPS, NFC

Größe 16,1 x 7,1 x 0,92 cm

Gewicht 188 Gramm

Anderer Fingerabdruckscanner hinter dem Bildschirm, spritzwassergeschützt

Website www.motorola.com/nl 6.8 Punktzahl 68

  • Vorteile
  • Nettes Design
  • Relativ preiswertes 5G Smartphone
  • Lebensdauer der Batterie
  • Großer 90Hz Bildschirm
  • Negative
  • Richtlinie für minderwertige Aktualisierungen
  • Gebogene Bildschirmkanten
  • Nicht wasser- und staubdicht
  • Kameras im Dunkeln

Motorola stellt seit langem preisgünstige Smartphones mit einem wettbewerbsfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis her, hat sich jedoch jahrelang im teureren Segment der Niederlande ferngehalten. Das Motorola Edge markiert die Rückkehr, konkurriert jedoch in Bezug auf Preis und Spezifikationen nicht mit Geräten, die Tausende von Euro kosten, wie OnePlus 8 Pro und Apple iPhone 11 Pro. Der Edge hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 599 Euro und positioniert sich als günstigere Alternative zu den Topmodellen, ohne Kompromisse bei Funktionen wie der 5G-Unterstützung einzugehen. In diesem Motorola Edge-Test können Sie lesen, wie das funktioniert.

Hochkarätiges Design

Das Design des Edge fällt sofort ins Auge. Minimale Ränder über und unter dem Display und ein durchgehender Bildschirm über den Seiten verleihen dem Gerät ein futuristisches Aussehen. Das Erscheinungsbild des Glases erinnert mich an das Huawei Mate 30 Pro, aber das Edge ist raffinierter. Ein Nachteil ist, dass das Telefon nur spritzwassergeschützt ist. Schön ist das Vorhandensein eines 3,5-mm-Anschlusses zum Anschließen Ihrer Kopfhörer und der Stereolautsprecher, die besser und lauter als der Durchschnitt klingen.

Der Bildschirm ist 6,7 Zoll groß und kann nicht mit einer Hand bedient werden. Die Full-HD-Auflösung lässt den Bildschirm aussehen und das OLED-Display liefert wunderschöne Farben. Die Bildwiederholfrequenz ist bei 90 Hz (60 Hz) höher als üblich, wodurch das Bild weicher aussieht. Konkurrenzfähige Smartphones wie das OnePlus 8 und das Oppo Find X2 Neo verfügen ebenfalls über einen 90-Hz-Bildschirm. Der Bildschirm hat ein kleines Loch für die Selfie-Kamera. Der Fingerabdruckscanner befindet sich hinter dem Display und funktioniert ordnungsgemäß.

Die gekrümmten Bildschirmkanten

Update 13.07.2020: Motorola meldet, dass die Bildschirmprobleme durch eine frühere Softwareversion verursacht wurden und dass die Version QDP30.70.48 und höher diese Probleme beheben wird. In der Tat ist bei meiner Testprobe kein grüner Effekt erkennbar.

Ein kleiner Teil der Edge-Modelle leidet unter Bildschirmproblemen. Ich sehe Dutzende von Benutzern im Internet, die sich über einen Grünton, lila Punkte oder schwarze Flecken beschweren. Mein Testmuster zeigt auch einen grünen Effekt an den Rändern - siehe Foto oben.

Die gekrümmten Bildschirmkanten der Kante haben Vor- und Nachteile. Motorola bietet Optionen im Einstellungsmenü, damit die Ränder für Benachrichtigungen aufleuchten. Sie können Ihre Lieblings-Apps starten und mit Wischgesten zwischen kürzlich verwendeten Apps wechseln. Das funktioniert richtig. Dennoch überwiegen für mich die Vorteile nicht die Nachteile. Die vertikalen Kanten erscheinen aufgrund von Schatten dunkler als der Rest des Bildschirms und machen einen Teil Ihres Textes, Fotos oder anderer Medien schräg. Das sieht nicht angenehm aus. Motorola ist sich auch dessen bewusst: Wenn Sie zweimal auf die Kante tippen, schalten sich die Kanten aus und Ihre Medien sind besser sichtbar. Leider erinnert sich die Software nicht an Ihre Präferenz, sodass Sie weiterhin auf jede App tippen.

Hardware

Ich bin positiver über die Spezifikationen des Smartphones. Der Edge verfügt über einen schnellen Snapdragon 765-Prozessor mit 6 GB RAM und einen geräumigen 128 GB-Speicher mit Micro-SD-Kartensteckplatz. Der 4500-mAh-Akku macht es anderthalb Tage lang mühelos. Da Motorola einen relativ langsamen 18-W-USB-C-Stecker enthält, dauert das Aufladen mit zwei Stunden sehr lange. Drahtloses Laden ist leider nicht möglich. Das Motorola Edge mit seinem 5G-Modem ist für das 5G-Internet geeignet, das ab Sommer 2020 in den Niederlanden verfügbar sein wird.

Die Dreifachkamera (Normal, Weitwinkel und Zoom) auf der Rückseite macht tagsüber „nur gute“ Fotos. Scharf, farbenfroh und naturgetreu. Die Nützlichkeit des Zoomobjektivs ist durch die doppelte Vergrößerung begrenzt. Im Dunkeln funktioniert die Kamera des Edge merklich weniger gut und die Bilder sehen zu dunkel aus, mit viel Rauschen und weniger genauen Farben. Die "intelligente" Kamera-Software für bessere Bilder ist eigentlich ziemlich dumm, weil sie Objekte nicht immer richtig erkennt. Ein Reinigungsschwamm fällt in die Kategorie „Lebensmittel“, um nur ein Beispiel zu nennen.

Schöne Software, schlechte Update-Richtlinien

Das Motorola Edge läuft auf einer kaum modifizierten Version von Android 10, mit der ich sehr zufrieden bin. Die Aktualisierungsrichtlinie ist dagegen unterdurchschnittlich. Motorola verspricht nur ein Update auf Android 11, das im Herbst veröffentlicht wird. Tatsächlich erhält das Gerät sechs Monate lang Versionsaktualisierungen, dann im Prinzip nichts mehr. Sicherheitsupdates werden zwei Jahre lang alle drei Monate angezeigt. Das ist kürzer und seltener als bei vielen anderen Smartphones. Die schlechte Update-Richtlinie ist der Hauptgrund für mich, das Motorola Edge nicht zu empfehlen.

Fazit: Motorola Edge kaufen?

Das Motorola Edge ist ein Smartphone mit zwei Gesichtern. Das Gerät sieht aufgrund der gekrümmten Bildschirmkanten wunderschön aus, wirkt sich aber auch negativ auf die Benutzererfahrung aus. Darüber hinaus leiden einige Telefone unter Bildschirmproblemen. Die Software von Motorola ist sehr benutzerfreundlich, es fehlt jedoch eine gute Update-Richtlinie. Die Hardware des Edge hinterlässt einen guten Eindruck, reduziert jedoch Dinge wie das kabellose Laden, die Leistung der Nachtkamera und ein wasserdichtes Gehäuse. Nach zwei Wochen mit dem Motorola Edge fällt es mir schwer, das Smartphone gegenüber Konkurrenzmodellen wie dem Huawei P30 Pro, dem OnePlus 7T, dem Samsung Galaxy S10 Lite und dem Poco F2 Pro zu empfehlen. Sie sind auch nicht perfekt, haben aber Nachteile, mit denen ich besser leben kann. Ob das Motorola Edge eine gute Wahl für Sie ist, hängt hauptsächlich von Ihren Wünschen ab.